Trivia zum 24.05.2020

Immer wieder mal liest man etwas darüber, warum Menschen fotografieren. Der Antworten sind viele. Viel interessanter wäre aber mal zu lesen oder zu hören, mit welchen Erwartungen die Menschen die Fotos im WWW veröffentlichen (mal abgesehen von den ökonomischen Erwartungen).

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Eine Redewendung grassiert jetzt auch in Texten auf Fotoblogs - "was macht das Fotografieren mit uns" oder "was machen die Fotos mit uns". Alles "macht etwas mit uns", wir sind passiv. Wir können nichts dafür. Wir machen keine Fotos mehr, sondern die Fotos machen etwas mit uns. Wenn etwas mit uns gemacht wird, sind wir dann noch verantwortlich?

Trivia zum 22.04.2020

Während der letzten Wochen waren wir ja weitgehend ans Haus/die Wohnung gebunden. Herumstreifen und Fotografieren konnte man in Wald und Flur, wo man ja weitgehend allein war. Auch in der Fahrt dorthin, allein im Auto, bestand ja keine Infektionsgefahr.

Aber wenige haben dies gemacht, wenn man sich die Fotoblogartikel der letzten Wochen anschaut. Motive während dieser Zeit waren eher Wohnung, Haushaltsartikel, Fensterblicke, Blicke auf leere Straßen und Plätze. Auch wurden viele alte Fotos ans Licht des WWW gebracht.

Es wäre lohnenswert, die Artikel der Fotoblogs aus der Zeit der Pandemie, als Zeitdokumente zu archivieren. Was hat uns damals bewegt, was haben wir für festhaltenswert gehalten usw.. Die Artikel bleiben zwar im WWW, aber ein zentraler Index wäre sicher eine gute Sache. Könnte das ein kleines Programm leisten, das z.B. zeit- und taggesteuert diese Artikel aus dem WWW heraus auflistet?

Trivia vom 04.04.2020

Auch auf die Fotoblogs wirkt sich der Coronavirus epedemisch aus. Endlich ist ein Anlass da, mal wieder etwas zu bloggen, obwohl ansonsten Veröffentlichungsstille auf vielen dieser Blogs zu verzeichnen war. Es werden Ratschläge gegeben, womit man sich an den "bleib zu Hause"-Tagen beschäftigen kann, sogenannte Challenges werden ins Leben gerufen, alte Fotos sollen wieder ans Licht geholt werden usw. und sofort. Allzulange darf die Krise aber nicht mehr dauern, da die Motivation schnell wieder nachlässt. Es ist wie bei Kindern - ein Spiel wird bald uninteressant. Erstaunlich auch, dass anscheinend viele nicht in der Lage sind, sich selbst zu beschäftigen und des Anstosses durch andere bedürfen.

Was mir noch aufgefallen ist: In vielen "About"-Texten auf Fotoblogs stehen Texte, die sinngemäß lauten: "Fotografie macht einen Großteil meines Lebens aus", "ohne Fotografie kann ich mir mein Leben nicht mehr vorstellen", "ohne Kamera gehe ich nicht mehr vor die Tür" (was in Zeiten des Smartphones sicher zutrifft) etc.. Erstaunlicherweise spiegelt sich das in den Blogs nicht wider. Über viele Monate, ja Jahre, wird auf den Blogs nicht veröffentlicht, keine Fotos, keine Texte. So faszinierend scheint die Fotografie dann doch nicht zu sein.

Es gibt aber auch andere Fotoblogs, Blogs, bei denen sich mindestens ein wöchentlicher "Besuch" lohnt. Hier zeigt sich, wen es wirklich gepackt hat, das Fotografieren.