Trotzdem unterwegs

Hotelzimmer

Reisen in Zeiten von Corona, in einem fast leerem Hotel, nur noch ein Dienstreisender. Ab 18:00 Uhr ist das Hotel abgeschlossen, Totenstille im Haus. Da auch Restaurants, Cafes etc. geschlossen sind, besteht das Abendmahl aus gerade im Supermarkt gekauften Lebensmitteln. Es geht um Ernährung, kaum noch um Genuss.

Im Ort ist es still. Im Hotel trist. Reisen ist z.Zt. nur etwas für seelisch gefestigte.

Trivia zum 22.04.2020

Während der letzten Wochen waren wir ja weitgehend ans Haus/die Wohnung gebunden. Herumstreifen und Fotografieren konnte man in Wald und Flur, wo man ja weitgehend allein war. Auch in der Fahrt dorthin, allein im Auto, bestand ja keine Infektionsgefahr.

Aber wenige haben dies gemacht, wenn man sich die Fotoblogartikel der letzten Wochen anschaut. Motive während dieser Zeit waren eher Wohnung, Haushaltsartikel, Fensterblicke, Blicke auf leere Straßen und Plätze. Auch wurden viele alte Fotos ans Licht des WWW gebracht.

Es wäre lohnenswert, die Artikel der Fotoblogs aus der Zeit der Pandemie, als Zeitdokumente zu archivieren. Was hat uns damals bewegt, was haben wir für festhaltenswert gehalten usw.. Die Artikel bleiben zwar im WWW, aber ein zentraler Index wäre sicher eine gute Sache. Könnte das ein kleines Programm leisten, das z.B. zeit- und taggesteuert diese Artikel aus dem WWW heraus auflistet?

Die nächste Fotoikone - das Foto zur Coronakrise

Seitdem es die Fotografie gibt, gibt es immer ein bestimmtes Foto zu historischen Ereignissen von größerer Bedeutung. Diese dann sog. Fotoikone repräsentiert dann dieses Ereignis und für Viele ist die Beschäftigung mit diesem Ereignis mit dem kurzen Betrachten des Fotos abgeschlossen. Manchmal stellt sich später heraus, dass solche Fotoikonen gestellt oder gefälscht sind (heute würde man sagen, sie sind ein "fake").

Auch zur Coronakrise wird es eine solche Fotoikone geben. Ich bin gespannt, wie es aussehen wird. Wahrscheinlich wird jedes Land seine eigene Fotoikone zur Coronakrise haben. Vielleicht wird es aber je nach Verlauf der weltweiten Krise gar keine Fotos dieser Art geben, weil sich niemand dafür interessiert, weil die Menschen dann andere Sorgen haben.

Mein Vorschlag, um auf jeden Fall die Erinnerung wach zu halten, ist eine Änderung der deutschen Staatsflagge. Sie ist ja in schlichten Farben (schwarz, rot, gold) gehalten, ohne weiteren Zusatz. Die Staatsflagge der DDR trug ja zusätzlich im Flaggenzentrum Hammer, Zirkel und Ährenkranz, als Symbole der Klassen Arbeiter, Bauer und Intelligenz.

Staatsflagge der DDRDie Staatsflagge der BRD könnte dann in ähnlicher Weise durch die Symbole einer Toilettenpapierrolle und einer Packung Nudeln ergänzt werden, als Zeichen dafür, was uns Deutschen während der Coronakrise die meisten Sorgen gemacht hat. By the way: auf der Website der Berliner Wasserbetriebe kann jeder ausrechnen lassen, wie lange sein Toilettenpapier noch reicht: https://www.bwb.de/de/24528.php . Ist das Ergebnis größer 2 Jahre, sollte von weiteren Hamsterkäufen abgesehen werden.

Wie sagte Schwejk (im Roman "Der brave Soldat Schwejk"): "Also dann", ruft er seinem Saufkumpanen zu, "nach dem Krieg um halb sechs im Kelch!"

In diesem Sinne, einen schönen Tag in Zeiten der Coronakrise!