Mobiles scannen

Da ich ein ziemlich miserabler Schreibmaschinentipper (und somit auch kein Könner an der Computertastatur) bin, suchte ich nach Hilfsmitteln, welche mir die Übermittlung von Texten aus Büchern, Zeitschriften oder anderen gedruckten Vorlagen in den Computer ohne stupides Abtippen der Texte ermöglichen. Einen Flachbettscanner habe ich, aber der ist halt für den mobilen Einsatz nicht so ohne weiteres geeignet. Auch für das Scannen von Buchseiten wäre er nicht meine erste Wahl. Nachdem ich mich im WWW etwas informiert hatte, habe ich mich für zwei Möglichkeiten entschieden.

  1. Eine entsprechende App für mein Smartphone
  2. Ein mobiler Scanner.

zu 1.: Nach etwas Suche im Google playstore (ich habe ein mit Android laufendes Smartphone), habe ich mich für PDF DocScan entschieden. Die Textvorlage fotografieren, das Foto nach Wunsch zuschneiden und als PDF abspeichern. In der App ist auch eine OCR-Komponente enthalten, die nach den ersten Tests sehr gut funktioniert. Über den USB-Stick ist dann eine Übertragung des erkannten Textes oder der generierten PDF auf den Computer einfach möglich (geht aber auch per EMail oder Kabel (wenn das Smartphone dafür technisch ausgestattet ist, was aber bei den neueren sein sollte) ).

Kleiner Tipp für Texte, die in Spalten abgefasst sind: Die OCR-Komponente (Texterkennung) immer nur auf eine Spalte anwenden, da es ansonsten etwas durcheinander geht.

zu 2.: Der mobile Scanner wird über den zu scannenden Text (oder Foto) gezogen (es gibt auch mobile Scanner, die das zu scannende Schriftstück durchziehen, was aber für Bücher naturgemäß nicht geeignet ist). Ich habe mich für den Houkiper Tragbarer Scanner, Handheld-Dokumentenscanner A4 Bildscanner A4 Größe 900DPI JPG PDF Formate LCD Display entschieden. Dieser wird ohne weiteres von meinem Linux-Betriebssystem (PCLinuxOS) erkannt und gemounted (über das beiliegende USB-Kabel). Ich kann auf die generierten JPGs oder PDFs zugreifen und diese weiter verarbeiten.

Eine deutsche Betriebsanleitung liegt nicht bei, dafür eine englische und eine französische. Mit der englischen bin ich sehr gut zurecht gekommen; die Einstellbeschreibung von Zeit und Datum musste ich allerdings zweimal durchlesen, habe sie aber dann verstanden. Das Gerät funktioniert aber auch ohne Time set. Wenn man nicht wissen will/muss, wann die Scans erstellt wurden, kann man meiner Meinung nach auf das korrekte Time set verzichten.

Im Hinblick auf den Preis von 38,49 € habe ich nicht viel hinsichtlich der Ergebnisse erwartet (der Preis war aber ein Argument, den Kauf trotzdem zu wagen), bin aber positiv überrascht worden. Nach ein bis drei Versuchen waren die Scans gut. Die Zuggeschwindigkeit hat man schnell raus und auch aufgeklappte Bücher lassen sich gut scannen; man muss nur den Druck auf den Scanner gleichmäßig konstant halten. Das funktioniert nicht nur bei Texten, sondern auch bei Fotos, auch in Farbe, wobei natürlich ein guter Flachbettscanner die besseren Ergebnisse liefert. Nachdem man Scan gedrückt hat und die grüne LED aufleuchtet, sollte man unverzüglich den Scanner über das zu scannende Schriftstück oder Foto ziehen, da ansonsten der Scanner abbricht, weil er meint, 'das war es schon'. Also den Scanner auflegen, Scan drücken und beim Aufleuchten der grünen LED sofort gleichmäßig über das zu scannende Objekt ziehen.

Das Display zeigt Betriebs- und Einstelldaten an; das gescannte Ergebnis kann man natürlich erst sehen, wenn man es auf dem Computer hat und dort öffnet.

Für den Betrieb benötigt man zwei AA-Alkaline Batterien, was mir lieber ist, als ein eingebauter Akku. Die Batterien bekommt man überall und ist somit unabhängiger.